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Daten als Grundlage von Personas

a) Welches Problem oder Bedürfnis hat die Persona?

In der Praxis findet man häufig Personas und Templates, die eine viel zu große Fülle an Informationen zu diesem fiktiven Charakter bieten. Da ist weniger oft mehr! Der wichtigste Punkt bei der Persona: Welches Problem wird durch dein Produkt gelöst oder welches Bedürfnis wird befriedigt? Wenn du diese Frage nicht beantworten kannst, ist deine Persona ungeeignet bzw. es macht keinen Sinn diese Menschen anzusprechen – warum sollten sie dein Produkt kaufen?

Die Erschaffung eines Produktes mit der Beantwortung dieser Frage „Welches Problem wird gelöst“ ist erstmal nicht Teil dieses Beitrages und wird zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

b)  Beschaffe Daten

In der Regel gibt es bereits bestehende Datenhalden, aus denen du dich bedienen kannst. Da die Daten für eine Persona abhängig von Unternehmen, Produkt und Ziel sind, kann man es nicht verallgemeinern. Folgende Anregungen können dir weiterhelfen:

  • Frag das Marketing
    z.B. die klassischen Produktmarketingmanager, die soziodemografische Daten haben, z.B. die Einordnung der Kunden in Sinus Milieus. Eine wertvolle Quelle sind Webanalysten, die besonders genaue Daten zu Nutzern und Vorlieben erheben können.
  • Frag die Produktmanager, Entwickler und Designer
    Vielleicht haben sich diese Kollegen bereits Gedanken gemacht und Daten beschafft. Vielleicht gibt es bereits UX Pesonas oder sogar echte Nutzer und Beta-Programm Teilnehmer, die die interviewen kannst?
  • Frag die Strategen
    Gibt es eine Strategieabteilung oder ähnliches? Frag in welche Richtung das Unternehmen steuert, vielleicht möchte man sich zu einer anderen Nutzerklientel hinentwickeln?
  • Besorgt euch Daten oder kauft euch Daten
    Es gibt viele freie Quellen für Daten, oder Quellen, die für kleines Geld viele Insights bereit halten. Beispielsweise Statista, Branchenverbände, Beratungsdienstleister. Auch solltet ihr einen Blick auf LinkedIn und Xing haben, dort werden sehr gerne von entsprechenden Unternehmen und Beratern Whitepapers o.ä. veröffentlicht. Es lohnt sich, diesen Menschen zu folgen.

Vorsicht mit Fachmeinungen

  • Was du bei dir selbst vermeiden und auch bei den konsultierten Kollegen unterlassen solltest: Geht, wenn Daten verfügbar sind, nicht von Annahmen, Vermutungen und Fachmeinungen aus, nur weil es leichter ist. Fachleute haben oft eine erschreckend falsche Sicht vom echten User!
  • Immer, wenn eine Diskussionsrunde ohne Daten in eine Art demokratisch gewählte Hauptfachmeinung abdriftet, werfe ich dieses Zitat in den Raum, dass es ziemlich gut auf den Punkt bringt:

Without data, you’re just another person with an opinion.

W. Edwards Deming
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Andreas Poschen ist ein Spezialist für Konzeption, E-Commerce, UX und Digital Marketing aus Aachen. Er arbeitet als Product Owner Smart Home für Web, iOS und Android bei einem IT-Mittelständler und schreibt in diesem Blog über seine Arbeit als PO und seine Gedanken. Folgt ihm gerne auf:

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